Akzeptanz Grenzen Hundetraining
- Die Menschen-Trainerin für Hunde

- vor 3 Tagen
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Wenn Emotionen zwischen Mensch und Hund im Weg stehen

Mein kleiner Terrorzwerg – oder was mein schwierigster Hund mich über mich selbst gelehrt hat
Wenn ich ehrlich bin, gab es Tage, an denen mich dieser kleine Hund an meine Grenzen gebracht hat.
Und nicht nur an meine Grenzen.
Manchmal auch weit darüber hinaus.
Ich hätte ihn mehrfach mit einem Einfachticket auf den Mond schiessen können.
Das mag überraschen. Schliesslich arbeite ich seit vielen Jahren mit Hunden und ihren Menschen.
Viele kommen zu mir, weil sie mit ihrem Hund nicht mehr weiterwissen. Weil sie Unterstützung suchen. Weil sie hoffen, dass ich Antworten habe.
Doch genau dieser Hund hat mir gezeigt, dass Wissen allein manchmal nicht reicht.
Er kam mit einem Rucksack ins Leben, den ich nicht gepackt habe.
Massive Erwartungsketten.
Ein Belohnungssystem, das bereits tief verankert war.
Eine enorme Sensibilität.
Eine unglaubliche Intelligenz für Verknüpfungen.
Und gleichzeitig eine sehr geringe Frustrationstoleranz.
Ein Hund, der sich bei einfachsten Dingen völlig überfordern konnte.
Der schreien konnte, wenn etwas nicht so lief, wie er es erwartete.
Der sich in Erwartungen hineinsteigerte.
Der Situationen kontrollieren wollte.
Der frech, fordernd und manchmal schlicht unerträglich sein konnte.
Und ja.
Es gab Tage, an denen ich die Nerven verloren habe.
Tage, an denen ich laut wurde.
Tage, an denen ich frustriert war.
Tage, an denen ich als Profi versagt habe.
Nicht, weil mir Wissen fehlte.
Sondern weil ich ein Mensch bin.
Ein Mensch, der mit diesem Hund zusammenlebt.
Ein Mensch, der müde ist.
Ein Mensch, der Sorgen hat.
Ein Mensch mit begrenzter Geduld und begrenzten Nerven.
Genau das vergessen wir oft.
Wir sprechen über Training.
Über Methoden.
Über Konzepte.
Aber wir sprechen viel zu wenig darüber, was ein schwieriger Hund emotional mit einem Menschen macht.
Dieser Hund hat mich gezwungen, immer wieder innezuhalten.
Mich selbst zu hinterfragen.
Nicht ihn.
Mich.
Warum triggert mich das so?
Warum halte ich daran fest, dass dieses Verhalten verschwinden muss?
Warum glaube ich, dass ich es schaffen muss?
Warum fällt es mir so schwer zu akzeptieren, dass manche Dinge vielleicht niemals anders werden?
Mein professioneller Anspruch stand mir dabei oft im Weg.
Ich wollte Lösungen finden.
Ich wollte Fortschritte.
Ich wollte Veränderungen.
Und irgendwann musste ich mir eingestehen:
Nicht alles ist trainierbar.
Und schon gar nicht alles ist wegtrainierbar.
Manche Dinge bleiben.
Manche Themen werden besser.
Manche werden handhabbarer.
Und manche verlangen schlicht Management.
Nicht als Niederlage.
Sondern als Realität.
Das war für mich einer der wichtigsten Lernschritte überhaupt.
Akzeptanz.
Ein Wort, das viele nicht mögen.
Weil es sich anfühlt, als würde man aufgeben.
Doch Akzeptanz bedeutet nicht aufgeben.
Akzeptanz bedeutet, die Realität anzuerkennen und von dort aus die bestmöglichen Entscheidungen zu treffen.
Für den Hund.
Und für sich selbst.
Denn irgendwann habe ich verstanden:
Sich für seinen Hund aufzuopfern ist keine Liebe.
Sich selbst ständig zu überfordern ist keine Liebe.
Sich permanent über die eigenen Grenzen hinwegzusetzen ist keine Liebe.
Das schadet beiden.
Dem Menschen.
Und dem Hund.
Liebe bedeutet manchmal auch, Grenzen zu setzen.
Für den Hund.
Und für sich selbst.
Liebe bedeutet manchmal, Abstand zu gewinnen.
Nicht weil man weniger liebt.
Sondern weil man klarer sehen möchte.
Heute verstehe ich viele meiner Kundinnen und Kunden noch besser als früher.
Nicht wegen meines Fachwissens.
Sondern wegen meiner eigenen Erfahrungen.
Ich weiss, wie es sich anfühlt, wenn man zu nah dran ist.
Wenn man mit Liebe, Verständnis, Mitleid und Hoffnung versucht, etwas zu lösen, das genau dadurch immer schwieriger wird.
Ich weiss, wie es sich anfühlt, den objektiven Blick zu verlieren.
Und ich weiss, wie befreiend es sein kann, irgendwann loszulassen.
Nicht den Hund.
Sondern die Vorstellung davon, wie dieser Hund sein müsste.
Mein kleiner Terrorzwerg wird vermutlich nie ein einfacher Hund werden.
Nie ein unkomplizierter Hund.
Nie ein Hund, der einfach nebenherläuft.
Und trotzdem würde ich ihn nicht eintauschen.
Denn kein anderer Hund hat mich so viel über mich selbst gelehrt.
Über Kontrolle.
Über Erwartungen.
Über Verantwortung.
Über Demut.
Über Akzeptanz.
Und über Liebe.
Eine Liebe, die nicht verlangt, dass alles perfekt wird.
Sondern eine Liebe die bleibt, auch wenn es schwierig ist.
Vielleicht ist genau das die ehrlichste Form von Liebe, die wir einem Hund schenken können.














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